BUNDjugend Mecklenburg Vorpommern  

Bewegungsfreiheit für Alle. Wie kann eine Welt ohne Grenzen aussehen?

Datum: 10.12.2020, 18:00-21:00
Ort: Komplex Bildungscafé, Schwerin

Bewegungsfreiheit für Alle. Wie kann eine Welt ohne Grenzen aussehen?! Zwischen Kampf und Utopie


In Europa gilt Sesshaftigkeit als Normalzustand. Demgegenüber ist in vielen Teilen West- und Nordafrikas Mobilität weder Ausnahme noch Notfallreaktion, sondern ein selbstverständlicher Bestandteil des alltäglichen Lebens. Mit Blick auf Migrationsprozesse in West- und Nordafrika möchten wir zum einen ein ganz anderes Verständnis von Migration kennenlernen als es in Europa gelebt wird. Zum anderen wollen wir es wagen, Bewegungsfreiheit als zukünftiges Ziel zu denken, und schließlich wollen wir gemeinsam besprechen, wie es möglich ist, das Recht zu Gehen und zu Bleiben für Alle umzusetzen.


Zu Beginn erwartet uns ein Impuls von Moctar Dan Yayé, welcher aus dem Niger per Internet dabei sein wird, über die Migrationsdynamiken in Westafrika und die unterschiedlichen Auslöser von Migration. Er ist Aktivist und Teil des Netzwerks Afrique-Europe-Interact[1] sowie des Notfalltelefons Alarme Phone Sahara[2], und lebt in der nigrischen Hauptstadt Niamey. Gemeinsam wollen wir verstehen, was Migration im westafrikanischen Kontext bedeutet, was zirkuläre Migration ist und welche Einschränkungen die Menschen vor Ort durch die Ausbreitung des EU-Grenzregime erfahren.

Um sich der Utopie und der weitverbreiteten Forderung „Bewegungsfreiheit für Alle“ zu nähern, möchten wir anschließend unterschiedliche Migrationsauslöser zusammentragen. Dabei werden wir sicher über die Folgen des Kolonialismus, Krieg, aber auch klimatische Veränderungen und über viele weitere Faktoren sprechen und sie genauer betrachten.

Im nächsten Schritt können wir dann diskutieren, wie sich die Migration zwischen den Kontinenten Afrika und Europa verändern würde, gäbe es keine Einschränkung der Bewegungsfreiheit. Gemeinsam wollen wir unsere Ideen, Erfahrungen, Sorgen, Zweifel oder Hoffnungen formulieren. Klar ist, dass wir uns gerade in einer angespannten und durch Krisen belastete Zeit befinden.

Dennoch möchten wir mit Visionen aus dem Workshop gehen, weshalb wir in Kleingruppen Empfehlungen erarbeiten werden, wie Migration – also ein Kommen und Gehen – für alle Weltbürger*innen zu einer positiven Erfahrung werden kann.

In Kooperation mit dem Bildungscafé Schwerin und dem Projekt Locals United.


[1] Afrique-Europe-Interact ist ein kleines, transnational organisiertes Netzwerk von Basisaktivist*innen vor allem in Mali, Togo, Burkina Faso, Guinea, Marokko, Deutschland, Österreich und den Niederlanden – unter ihnen zahlreiche selbstorganisierte Geflüchtete, Migrant*innen und Abgeschobene. https://afrique-europe-interact.net/

[2] Das Alarme Phone Sahara hat zum Ziel, dem gewaltvollen und tödlichen Grenzregime solidarische Praktiken entgegenzusetzen: Es verbreitet Informationen zur Wüstendurchquerung und unterstützt Migrant*innen und Geflüchtete, die in Not geraten sind. Auch Dokumentation und internationale Öffentlichkeitsarbeit gehören zur Arbeit des Alarme Phone Sahara.  www.alarmephonesahara.info/en/